9 juillet 2012 1 09 /07 /juillet /2012 06:02

 

Pauvre arbre, comme ils t'ont taillé !

Quelle étrange et triste figure !

Tu n'es plus, cent fois cisaillé,

Que défi, que volonté pure.

 

Comme toi tronqué, tourmenté,

Sans me briser, ma vie entière,

Jour après jour j'ai résisté,

Dressant mon front dans la lumière.

 

Ce qui fut en moi doux, sensible,

Le monde l'a crucifié.

Mais mon être est indestructible :

Je vis heureux, pacifié.

 

Je pousse mes feuilles nouvelles

Malgré mes rameaux douloureux,

Toujours, dans mes peines cruelles,

De ce monde absurde amoureux.

 

 

 

 

Hermann Hesse

Poèmes choisis

Traduits par Jean Malaplate

José Corti, 2009

 

 

 

                           ♦ 

 

 

 

Gestutzte eiche

 

 

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten,

Wie stehst du fremd und sonderbar !

Wie hast du hundertmal gelitten,

Bis nichts in dir als Trotz und Wille war !

 

Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,

Gequälten Leben brach ich nicht

Und tauche täglich aus durchlittnen

Roheiten neu die Stirn ins Licht.

 

Was in mir weich und zart gewesen,

Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,

Doch unzerstörbar ist mein Wesen,

Ich bin zufrieden, bin versöhnt,

 

Geduldig neue Blätter treib ich

Aus Ästen hundertmal zerspellt,

Und allem Weh zu Trotze bleib ich

Verliebt in die verrückte Welt.

 

 

                                                         (1919) 

SG